SV Jugendkraft 1903 Albrechts
  Ein historischer Abriss
 

Ein historischer Abschnitt

Verfasst von Christian Freimuth

Abteilung Fußball

 

Ab 1940

 

Fußballinteressierte Albrechtser Sportfreunde gab es bereits Anfang der 40er Jahre. Allerdings fanden sich zunächst nicht genug junge Männer zusammen, um eine eigene Albrechtser Mannschaft zu bilden. So meldeten sich zunächst u.a. Achim Recknagel, Harry Ripperger, Heinz Munk und Horst Recknagel bei der Wichtshäuser Fußballmannschaft an. Nach dem Krieg wurde dann auch in Albrechts gekickt, als Notbehelf standen auf der Talwiese zwei Tore. Dieses erregte allerdings den Unmut der Besitzer. So waren die Albrechtser Fußballer von Anfang an durch das Fehlen geeigneter Spielfeldmöglichkeiten in ihrem Wirken eingeschränkt und ihre Wettkämpfe fanden ausschließlich als Freundschaftsspiele statt.

 

1958, 09. Juli

 

Offiziell gründeten die Fußballer 1958 ihren Verein, der Mitglied der BSG „Motor Albrechts-Simson“ wurde. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten: Karl Pietsch, Willy Dürer, Fritz Bayer, Walter Holzhey, Harry Ripperger, Siegfried Jahn, Gerd Büchling, Joachim Albrecht, Frank Albrecht, Dieter Endter, Dieter Kraußer, Rainer Schübel, Georg Scheller und Frank Menz. Der erste Leiter der BSG war Siegfried Jahn. Harry Ripperger leitete als erster die Sektion Fußball. Nach ihm folgten Georg Scheller, Bruno Endter, Heinz Recknagel und Bernhard Endter als Leiter der Fußballer. Als Mitglied der BSG „Motor Albrechts-Simson“ konnten die Fußballer den Simson-Platz mit nutzen, was zu häufigen Rivalitäten mit der damals guten Heinrichser Mannschaft führte.

Das erste Punktspiel in der Kreisklasse wurde vor großer Albrechtser Zuschauerkulisse in Ebertshausen ausgetragen; in der Mannschaft spielten ausschließlich Sportler aus Albrechts.

 

1959/1960

 

Es kam vorübergehend zur Vereinigung der Fußballer von Mäbendorf und Albrechts, was einen Spielbetrieb in der Bezirksklasse möglich machte. Gute Spieler wie Hansi Jacob, Harald Schneider, Klaus Beck, Peter Wagner, Herbert Saft und Klaus Ebert verstärkten die Mannschaft, die mit Siegfried Jahn, Klaus Harprecht, Dieter Kraußer, Dieter Albrecht, Helmut Marscheider, Oskar Angermüller und Ernst Schmidt - er kam als erster Spieler von einem höherklassigen Sportverein (Lok Meiningen) - schon gut besetzt war.

 

1961

 

In Eigeninitiative und mit finanzieller Hilfe der Gemeinde unter Bürgermeister Weiß beginnt der Bau des Sportplatzes „Am Aschenkopf“. Auf einem extrem abfallenden Gelände wurde hauptsächlich Steinkohlenschlacke des Simson-Heizkraftwerkes aufgeschüttet, die Spieloberfläche aus Hirschbacher Kies erstellt. Die Bereitstellung schweren Gerätes über den Aschenkopf von Dietzhausen aus erwies sich als schwierig und erforderte sogar Sprengungen.

 

1962, 07. Juli

 

Es erfolgte die Einweihung des Sportplatzes „Am Aschenkopf“ durch Erich Kätsch und Werner Wolfram vom Kreisfachausschuss Suhl.

Nach dem Sportplatzbau haben die Fußballer um die Meisterschaft in ihrer Klasse - bis zur Bezirksklasse gespielt und waren meist im Vorderfeld platziert. Höhepunkte waren die Spiele um den Aufstieg in die Bezirksliga gegen Motor Suhl, Hinternah und Schleusingen, die letztendlich Suhl in die höhere Spielklasse brachten.

 

1965

 

Die Sektion Fußball der BSG Motor errichtete maßgeblich mit eigenen Mitgliedern (unter Leitung von Paul Angermüller und Karl Pietsch) und finanzieller Hilfe der Gemeinde ein Sportlerheim am Sportplatz mit Vereinszimmer, zwei Umkleideräumen und einer Dusche - eines der ersten im Kreis Suhl.

Von großer Bedeutung für die weitere Entwicklung des Fußballs war die Betreuung durch einen Trainer - erstmals 1965 durch Rolf Holler. Seitdem ging es mit den Leistungen der Fußballer, sie wurden durch einige zugezogene Spieler verstärkt, ständig bergauf.

 

 

Bild 2.2.1.3.1: Der Sportplatz „Am Aschenkopf“ heute. Im Hintergrund die „Bergbaude“.

 

 

Bild 2.2.1.3.2: Die Männermannschaft Mitte der 60er Jahre nach dem Gewinn des Kreispokales,  hintere Reihe von links: S. Jahn, H. Rippberger, G. Bauer, K. Harprecht, H. Marscheider, P. Wagner, G. Scheller, D. Albrecht, K. Beck, E. Schmidt,

vordere Reihe knieend: V. Recknagel, Löbel, W. Guderian, K. Pietsch, O. Angermüller

 

Ab 1974

 

Es besteht zusätzlich eine „Alt-Herren-Mannschaft“, die über viele Jahre gute Fußballkost bot, viele Wettkämpfe austrug und Sportfreundschaften mit auswärtigen Vereinen - besonders mit Traktor Rehfelde bei Berlin - bildete.

 

1976

 

Im Jahr 1976 gewann die Mannschaft den FDGB-Pokal des Bezirkes. Zu den besten Fußballern damals zählten Helmut Marscheider und Ernst Schmidt. Sie wurden von der Sektion nach Suhl (Motor Suhl) delegiert, wo sie einige Jahre in der DDR-Liga spielten.

 

1979, 09. Juli – 03. August

 

Die Sportanlage am Aschenkopf wird auf Nachfrage der POS „Fritz Köhler“ Suhl in ein Touristenlager umgewandelt.

 

Ende der 70er

 

Im Pokal des Kreises wurde unsere Mannschaft Erster und nahm an der 1. und 2. Runde im Bezirk teil. Das Schlagerspiel war Albrechts gegen Ilmenau (Liga), welches 1:1 endete und nach Verlängerung und Elfmeterschießen mit 6:5 gewonnen wurde.

Immer wieder wird auf das Fehlen einer Beleuchtungsanlage am Sportplatz hingewiesen. Gerade im Winter, wenn diese von Nöten ist, ergibt sich noch die zusätzliche Schwierigkeit nicht vorhandener Ausweichmöglichkeiten, wie z.B. einer Turnhalle. Hintergründe waren wohl nicht nur fehlende Materialien, sondern mangelnder Leistungsbereitschaft der Aktiven bei der Installation. Weitere Probleme machen die Erhaltung und Erweiterung des Sportlerheims, der darin enthaltenen Heizungs- und Boileranlagen, sowie die Sportplatzumzäunung und die witterungsunbeständigen Holztore. Auch an Nachwuchs mangelt es. Die Alten Herren konnten auf Grund fehlender Mannschaften keinen Spielbetrieb durchführen. Dafür fanden um so mehr Freundschaftsspiele statt. Mit Hilfe politischer Parolen versucht man, die schlechten Bedingungen vergessen zu machen, z.B.:

„Unsere Aufgabe ist es: ... ständig auf die klassenmäßige Erziehung unserer Sportler einzuwirken und sie zu sozialistischen Persönlichkeiten zu entwickeln ...“

 

1980

 

Die erste Mannschaft verfehlte im neuen Austragungsmodus in der Saison 77/78 nur um zwei Punkte den Kreismeistertitel, der an Mäbendorf ging. Ein Jahr später langte es „nur“ für Platz drei. 79/80 wurde man wieder Zweiter hinter Mäbendorf, stieg aber trotzdem in die Bezirksklasse auf. Seit 1980 bis Anfang der 90er Jahre hielt sich die Männermannschaft in der Bezirksklasse. In ihr spielten damals u.a. Karl Pietsch und Willi Guderian als Tormänner, Volker Behrendt, Volker Recknagel, Harald Duscheck, Norbert Nürnberg, Georg Scheller und Bernd Eckstein. Weiter waren es Heinz Mäurer, Georg Blumenthal, Konrad Recknagel, Heinz Recknagel, Wolfgang Roth, Matthias und Thomas Grüßung, Maik Marscheider, Wolfgang Beringer, Torsten Selle, Ulf Rößler, Peter Vyroubal, Georg Reitz, die Gebrüder Andreas, Bernhardt, Bruno und Reinhardt Endter, Jürgen Sühn, Nico Kaiser, Uwe Haase und Paul Kersten, um nur einige zu nennen.

Die 2. Männermannschaft, lange Zeit von Joachim Albrecht betreut, hatte auch erfolgreiche Spieljahre u.a. mit Rainer Hollandt, Frank Hollandt, Wilfried Kaschub, den aushelfenden Ringerkameraden Dieter Wolf und die Gebrüder Gerhard und Karl-Heinz Fritz, Wolfgang Nötzold (der in einer Saison das 100. Tor schoss), Jürgen Kipper, Heinz Recknagel, Peter Brodrecht, Dieter Endter, Fritz Schneider, Andreas Angermüller, Peter Ostermann, Helge Greiner, Gisbert Rippberger, Volker Klein, Michael Wassermann, Bernd Neuendorf, Jürgen Recknagel und aus der 1. Mannschaft verabschiedete Spieler wie Klaus Harprecht, Dieter Braun, Hartmut Stengler, Günther Risch, Peter Rußwurm und Gerd Büchling absolviert.

Die Sektion hat 76 Mitglieder (1981: 82), davon eine Frau.

 

1980, 20. September

 

Aus einem Rechenschaftsbericht:

 

„... Die Wahlperiode 1978 bis 1980 stand im Zeichen einer progressiven Entwicklung unserer Republik. Höhepunkt des gesellschaftlichen Lebens waren der IX. Parteitag der SED, der 60. Geburtstag der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und der 30. Jahrestag unserer Republik. Unter der Losung

 

„Für Gesundheit, Erholung und Lebensfreude,

für Leistungsfähigkeit und Leistungsstreben,

für Frieden und Sozialismus,

treibt alle Sport!“

 

wurde auch die Arbeit in unserer Sektion organisiert und durchgeführt ...“

 

1982, 13. März

 

Die Sektion Fußball macht einen Arbeitseinsatz zur Bruchholzaufbereitung am Kälberberg. Gleichzeitig wird der Sportplatz aufbereitet.

 

1982, 19. Mai

 

Seit Monaten meldet Albrechts II Regressansprüche gegen Christes II (74,40M) und Dietzhausen II (43,10M) wegen Nichtantretens. Die Sache schaukelt sich hoch bis zum DFV der DDR.

 

1982, 17./18. September

 

Das undichte Dach des Sportlerheims wird repariert.

 

1983, 17. Februar

 

Für ein Freundschaftsspiel gegen BSG Traktor Milz am 05. März musste für die komplette erste Mannschaft eine Einreisegenehmigung ins Grenzgebiet der DDR beantragt werden.

 

1983, März

 

Für das 25-jährige Jubiläum der Sektion werden Souvenirs bestellt. Darunter 200 Thermometer und 1.000 Biertulpen mit Vereinslogo.

 

              

Bild 2.2.1.3.3 und 2.2.1.3.4: Technische Zeichnungen für das Thermometer und das Logo auf den Biertulpen

 

1983, 26. November

 

Die Albrechtser Kicker der zweiten Mannschaft mussten ein Auswärtspunktspiel absagen, weil der zugesagte KOM des VEB Fajas Suhl kurzfristig gestrichen wurde. Der KOM konnte wegen einer SED-Betriebs-Delegierten-Konferenz im Kulturhaus des Fajas-Werkes nicht gestellt werden, da er zur Absicherung des Heimtransportes der Genossen benötigt wurde.

 

1984, Juli

 

Die Holztore auf dem Sportplatz werden durch Stahltore ersetzt.

 

1984, September

 

Das Punktspiel Albrechts II gegen Kühndorf wird in der 75. Minute abgebrochen. Kühndorf führt zu diesem Zeitpunkt durch ein anerkanntes Abseitstor mit 1:2. Grund des Spielabbruchs war folgende Spielsituation: Albrechts bekommt 7 Meter vor dem Kühndorfer Tor einen indirekten Freistoß zugesprochen. Dieser wird sofort ausgeführt und verwandelt, aber nicht anerkannt, weil der Schiedsrichter das Spiel noch nicht freigegeben hat. Die Wiederholung des Freistoßes führte erneut zum Erfolg, jedoch erkannte der Schiri den sicher geglaubten Ausgleich wieder nicht an. Das brachte den Sportfreund Hammermeister so in Rage, dass dieser dem Unparteiischen mit beiden Händen auf die Brust schlug. Obwohl beide Mannschaften den Schiedsrichter sofort schützten und die Situation wieder unter Kontrolle war, brach dieser das Spiel sofort ab, anstatt lediglich eine rote Karte wegen Unsportlichkeit zu vergeben. Die Sperre für den Albrechtser Rüpel betrug vier Spiele.

 

1985, September

 

Das Sportlerheim erhält einen neuen Schornstein.

 

 

Bild 2.2.1.3.5: Die Alte-Herren-Mannschaft Mitte der 80er Jahre

hinten links: Helmut "Bulli" Borkmann, Jürgen Recknagel I, Dieter Endter, Peter Vyroubal, Hartmut Stengler, kniend vorn: Gerd "Kanne" Büchling, Volker "Schang" Recknagel, Karl-Heinz Fritz, Günter Risch, Willi Guderian

 

Ab 1987

 

Seit 1987 ist nur noch eine Männermannschaft im Pflichtspielbetrieb. Die Nachwuchsarbeit scheiterte immer wieder an der nicht ausreichenden Anzahl gleichaltriger Jungen im Ort.

 

1987, Mai

 

Aus einem Schiedsrichterbericht von Heinz Recknagel über das Spiel EB Schleusingen II - Chemie Erlau: „... Kurz vor Spielende forderte er (Sportfreund Mirko Brandt) von mir einen Handfreistoß, den ich nicht geben konnte, da der Erlauer Spieler aus Nahdistanz angeschossen worden war, mit der anschließenden Drohung auf Plattdeutsch: „Ich schloa diech für die Bänn.“ (zu deutsch: Ich schlag dich vor den Kopf.) ...“

 

1988 - 1990

 

Mit dem Anbau an das alte Sportlerheim verbesserten sich die Räumlichkeiten für Sportler und Gäste. Im September 1988 wurde der Schornstein neu eingeschalt und das Dach mit neuer Dachpappe versehen. Ab 1991 wurde es privat als „Bergbaude“ betrieben, womit sich die Nutzungsmöglichkeiten für die Fußballer wieder einschränkten.

 

1989, 08. Juni

 

Beginn der Verlegung einer 1.800 Meter langen Wasserleitung vom Aschenkopf bis zur Sportlerbaude durch die Fußballersektionsmitglieder.

 

1990

 

Mit der Wende standen die Fußballer vor ähnlichen Problemen wie die Ringer. So war es nur folgerichtig, dass man sich im neugegründeten SV „Jugendkraft 03“ wieder zusammenschloss, um den neuen, marktwirtschaftlichen Vereinsanforderungen gerecht zu werden.

Aus dem angrenzenden Bayern erhielt man schnell viele Einladungen für Freundschaftsspiele und Turniere. So zum Beispiel am 06. Januar vom TSV Reiterswiesen bei Bad Kissingen zum Dreikönigs-Hallenturnier, im Mai vom FC Stammbach oder im März 1991 vom SCK Oberwildflecken e.V.

 

1991

 

In der Saison 91/92 bildete sich eine Mannschaft im D-Juniorenbereich, deren Stamm aus Schülern der Grundschule Albrechts-Mäbendorf bestand. Trainer waren Uwe Haase und Torsten Selle. Sowohl die sportliche Leistung als auch finanzielle Sorgen, z.B. bei der Beschaffung geeigneter Trikots und Trainingsgeräte, bereiteten den jungen Kickern Probleme. Die Auflösung der Schule tat ihr Übriges. Nach nur einer Spielzeit löste sich die Mannschaft wieder auf.

 

1992

 

Im letzten Heimspiel der Saison 91/92 gegen Jüchsen erreichte man einen 2:1-Sieg. Trotz klarer Vorteile gerieten die Albrechtser mit 0:1 in Rückstand, konnten aber durch Tore von Norbert Nürnberg und Uwe Haase den gerechten Sieg heimfahren. Mit diesem Ergebnis erreichten die Mannen um Trainer Paul Kersten den Vizemeistertitel in der Bezirksklasse, was gleichzeitig dem besten Vereinsergebnis aller Zeiten entspricht. Weiterhin nahm die Mannschaft an der Endrunde der Hallenmeisterschaft Südthüringen teil.

Auch im Juniorenbereich gab es überraschend positive Nachrichten. Der Grossteil der männlichen Dorfjugend der Jahrgänge 1978 und 1979 war am Carl-Fiedler-Gymnasium Suhl in der Schule. Dort hatte man rasch neue Freunde gefunden und konnte diese dazu begeistern, an Wochenenden und in den Ferien nach Albrechts zum Fußballspielen zu kommen. Schnell wuchs die Lust auf Mehr und mit Ronny Einert und Christian Freimuth an der Spitze ging man auf die Männermannschaft zu und fragte, ob die Möglichkeit besteht, „professionell“ trainiert zu werden. In Wolfgang Beringer fand sich auch ein Erwachsener, der als Betreuer und Trainer, das Heft in die Hand nahm. So entstand aus dem Nichts heraus eine Nachwuchself.

Aus organisatorischen Gründen schloss man sich mit dem SV Mäbendorf 85 e.V. zusammen und trat als Spielgemeinschaft auf. Von dort kam auch der zweite Trainer Klaus Schlegelmilch. Dadurch hatte man jetzt nicht nur eine starke Mannschaft mit Spielern aus Albrechts, Mäbendorf, Wichtshausen und Suhl, sondern auch zwei Sportanlagen die zur Verfügung standen. Die ersten Jahre spielte man unter der Bezeichnung „Spielgemeinschaft Haselgrund“, ab 1996 startete man unter dem Namen „Spielgemeinschaft Albrechts - Mäbendorf“.

Mit Peter Apfelstädt, Vater von Kapitän Andy Apfelstädt, fand sich ein engagierter Mann, der über das Sporthaus Schmidt als Ausrüster fungierte. Die ersten Trainingsanzüge, Trikots und Bälle waren schnell mit den entsprechenden Sponsoren finanziert. Seine Kontakte zu anderen Vereinen ließen auch viele Freundschaftsspiele außerhalb des Kreises entstehen.

In der Saison 92/93 brachte Wolfgang Beringer erst mal Ordnung in den Haufen und stieg sinnigerweise noch nicht in den Spielbetrieb ein. Aber schon ein Jahr später startete man bei den B-Junioren im Werra-Rennsteig-Kreis und beendetet die Saison im vorderen Mittelfeld.

95/96 und 96/97 startete man bei den A-Junioren und konnte auch dort begeistern. Oftmals waren es nur die Väter, die jeden Sonntag um 09:00 Uhr am Sportplatz standen, weil sie die Kinder in die Ferne fahren mussten. Aber bei packenden Derbys wie gegen Goldlauter, Benshausen, Zella-Mehlis, den Post- oder den Polizeisportverein kamen immer öfter die treuen Fans der Männermannschaft.

 

  

Bild 2.2.1.3.6: Die B-Junioren 1993

 

1992, 24. – 26. Juli

 

Die Fußballmannschaft von Stammbach (bei Kulmbach) gastiert für ein Wochenende auf dem Aschenhof, um ein Trainingslager durchzuführen. Natürlich gab es auch ein Freundschaftsspiel gegen Albrechts.

 

1992, Oktober

 

„Der Gewalt die Rote Karte“. Der Thüringer Fußballverband nimmt den Ausspruch des damaligen Bundesschatzmeisters des DFB, Egidius Braun, als Kampagne auf, um gegen die vermehrt auftretende Gewalt gegen Ausländer (speziell auch auf Sportstätten) entgegenzuwirken.

 

1993

 

Die Männermannschaft beendet die Saison auf dem zehnten Tabellenplatz und spielt somit auch in der Saison 93/94 in der Bezirksklasse. Außerdem nimmt sie an der Hallenbezirksmeisterschaft Südthüringen teil.

 

1994, 01. März

 

Der Albrechtser Fußball wird international. Der Asylbewerber Charles Amoako (Ghana) wechselt offiziell vom SV Ichtershausen - Rudisleben zur Jugendkraft.

 

1994, 27. Mai

 

In der Turnhalle „Am Bock“ feiern die Albrechtser Fußballer einen Frühlingsball mit Live-Musik, Tombola und kaltem Buffet.

 

1994

 

Ein Rechtsstreit zwischen den damaligen Pächtern des Sportlerheims Familie Wahl und dem Besitzer Jugendkraft Albrechts trübt den Horizont. Auch sportlich sieht es nicht rosig aus. Die Mannschaft steigt in die Kreisliga ab, was viele Vereinsaustritte zur Folge hat. Eine Statistik zeigt die eventuelle Ursache des Abstieges: Von allen Mannschaften setzte Albrechts über die gesamte Saison hinweg die meisten Spieler ein - 34 verschiedene. Von diesen spielte kein einziger alle 26 Spiele. In der Fair-Play-Liste (falls man sie an dieser Stelle überhaupt so nennen kann) belegte Bernd Eckstein den vierten Platz der am häufigsten bestraften Spieler: in 13 Spielen bekam er 1 x Rot, 1 x Gelb-Rot und 4 x Gelb.

Auch in den Zuschauerzahlen spiegeln sich die schlechten Leistungen wider. Kamen früher an die 200 Fans auf den Aschenkopf, erschienen im Mai gegen Jüchsen nur 17 Leute. Das brachte natürlich auch Einbußen bei den Eintrittsgeldern.

 

1995, 12. August

 

In der Bergbaude wird das Abteilungssommerfest der Fußballer durchgeführt. Dabei soll auch der neue Pächter, Familie Fischer (seit 01. Juli 1995), näher kennen gelernt werden. Jetzt bewirtschaften sie das Sportlerheim schon über eine Dekade. Und aus Herr und Frau Fischer sind Hans und Karin geworden.

 

1996

 

Die Sektion Fußball hatte 120 Mitglieder; unter ihnen zwei Kindermannschaften bei den A- und D-Junioren. Die Männermannschaft wurde bis in die 2. Kreisklasse durchgereicht. Mittlerweile haben so viele Fußballer den Verein verlassen, dass man überlegt, mit Mäbendorf eine Spielgemeinschaft zu bilden. Da dies im Männerbereich aber eine rechtliche Grauzone ist und die Mäbendorfer Spieler kein Interesse zeigen, hat sich diese Idee wieder zerschlagen.

Der Sportplatz wurde vollständig saniert und als Rasenplatz übergeben. Die Kosten beliefen sich auf rund 250.000 DM. Die Erhaltung der Anlage wird unter anderem auch durch die Sportler selbst in freiwilligen Arbeitsstunden erreicht. Während der Sanierung führten die Männer ihre Heimspiele in Dietzhausen, die Junioren in Mäbendorf durch.

Der Termin für die offizielle Platzfreigabe wird immer wieder verschoben. Zum Schluss wurden Fehler beim Verlegen der Drainage festgestellt, so dass noch einmal umfangreiche Erdarbeiten durchgeführt werden mussten.

 

1997

 

Die A-Junioren wurden aufgelöst, weil die Spieler zu alt waren. Das freute umso mehr die Männermannschaft, die auf Grund indiskutabler Spiel- und Verhaltensweisen bis in die 2. Kreisklasse abgestiegen war und auf frischen Wind in den Reihen hoffte. Nicht alle Junioren konnten im Verein gehalten werden, aber mit weiteren Neuzugängen von anderen Vereinen wurde die Männermannschaft enorm verstärkt. Der Anteil „echter“ Albrechtser wurde mehr als verdoppelt. Neben Janko Holland und Andre Eichelmann standen nun noch Andreas Forkel, David Stiehler und Christian Freimuth im Aufgebot. Die Verpflichtung weiterer junger Spieler wie die Brüder Stefan und Christian Schmidt, Stefan Weihrauch und Lutz Ansorg in Kombination mit den erfahrenen Füchsen Uwe Haase, Uwe Troemel, Rainer Muffel, Andre Eisner, Olaf Peter, Olaf Heßler, Ingolf Kersten, Thomas Grüßung, Wolfgang Happ, Andre Pflug und die Brüder Rainer und Ralph Windsch sollte in den nächsten Jahren richtig viel Freude bereiten – wenn auch nie mehr in der Bezirksklasse.

 

1997, 21. Juni

 

Zum Saisonabschluss fährt die Männermannschaft mit einem Reisebus nach Thekla bei Leipzig, dem Heimatort von unserem „Sachsen“ Andre Pflug. Neben umfangreicher Festaktivitäten findet auch ein Freundschaftsspiel statt.

 

1997, 02. – 05. Oktober

 

Der neue Rasenplatz wird endlich eingeweiht. Suhls Oberbürgermeister Dr. Martin Kummer hält eine Festrede. Die Männer bestreiten zur Eröffnung ein Pokalspiel und ein Freundschaftsspiel gegen Thekla. Auch ein Jugend- und ein Alt-Herren-Turnier werden durchgeführt.

 

1998, 14. März

 

In der Bergbaude wird für alle aktiven und passiven Abteilungsmitglieder, sowie für die treuen Fans ein Preisskatturnier ausgerichtet.

 

1999

 

Der Wiederaufstieg 1998 musste um ein Jahr verschoben werden. Zu neu und unerfahren war die Mannschaft um Spielertrainer Uwe Haase. Aber im zweiten Anlauf war es geglückt. Mit grünen Haaren und Spanferkel feierte man beim Hans in der Bergbaude den Erfolg genüsslich.

Auch das Finale im Kreispokal war erreicht. Gegner war Floh-Seligenthal. Leider musste man sich am Ende in einem spannenden und engagierten Spiel als Vize-Pokal-Sieger zufrieden geben.

 

 

Bild 2.2.1.3.7: Zwei Mal in Folge aufgestiegen, Pokal- und Vizepokalsieger - die Millenniumsmannschaft,

hintere Reihe stehend: Michalowski, Peter, Eichelmann, Heßler, Kersten, Windsch, Eisner, Bradler, Haase, Muffel, vordere Reihe knieend: Pflug, S.Schmidt, Freimuth, Chr. Schmidt, Weihrauch, Ansorg, Stiehler, Betreuer "Schiene" Göpfert

 

2000, Mai

 

In Eigeninitiative und unter Leitung des gelernten Dachdeckers Stefan Schmidt deckten die Fußballer ihre Bergbaude neu ein. Das alte Dach aus Teerpapp war an einigen Stellen undicht. Jetzt glänzt die Bergbaude mit einem schönen roten Ziegeldach.

 

Bild 2.2.1.3.8: Die Bergbaude erhält ein neues Dach

 

2000, Juni

 

Millenniums-Aufsteiger prangte auf den T-Shirts der Fußballer. Erneut ist der Aufstieg gelungen, ab der nächsten Saison spielte man nun endlich wieder in der Kreisliga.

Weiteres Highlight war der Gewinn des Kreispokals im Stadion „Am Walperloh“ in Schmalkalden. Die Revanche in einem packenden Finale gegen den Vorjahressieger Floh-Seligenthal war geglückt - trotz zweier roter Karten für Rainer Muffel in der 17. Minute und Stefan Weihrauch in der Verlängerung. In der Hitzeschlacht ging es vor einem Rekordpublikum bis zum bitteren Elfmeterschießen, in denen die Schützen Uwe Haase, Thomas Grüßung (verschoss), Stefan Schmidt, Christian Freimuth und Uwe Troemel bis zum Schluß die Nerven behielten. Aber auch Torwart Christian Schmidt wuchs an diesem Nachmittag über seine Leistung hinaus und fischte mehr als einmal einen Unhaltbaren heraus.

 

2001

 

Rainer Muffel und Ralph Windsch werden verstärkt im Nachwuchsbereich als Trainer tätig. Mit den Herren Kirchner und Grüßung gelingt es ihnen, wieder Mannschaften im D- und E-Juniorenalter in den Spielbetrieb zu nehmen.

Als Kreispokalsieger des Vorjahres qualifizierte man sich für den Südthüringer Vereinspokal. Dort trafen die Fußballer der Jugendkraft in der ersten Runde auf den Bezirksligisten aus Wasungen. In der 10. Minute gingen die Albrechtser sogar sensationell durch ein Tor von David Stiehler in Führung. Das Fehlen von sechs Stammspielern und eine Auswechslung des verletzten Liberos Uwe Troemel zehrte zum Ende der zweiten Halbzeit aber doch an den Kräften. Somit blieb die Pokalsensation aus, denn am Ende stand es deutlich 1:3.

Im Kreispokal sah es dann wieder besser aus und man gelangte bis ins Halbfinale. Leider schied man dort gegen den FSV Schmalkalden II aus. Der Todesstoss zum 2:1 kam unglücklich in der 90. Minute.

 

2002

 

Die Saison 01/02 war sportlich wieder sehr erfolgreich. Am Ende stand man auf dem 4. Tabellenplatz. Es hätte sogar „Bronze“ sein können, hätte man am letzten Spieltag nicht nur 2:2 unentschieden gegen den TSV Grün-Weiß Floh gespielt.

Auch im Kreispokal konnte man wieder überzeugen und rückte ins Finale ein. Dort spielte man bei Kaiserwetter in Mittelstille erneut gegen die Zweite vom FSV Schmalkalden. Diese verstärkte sich aber enorm mit Spielern aus dem Landesliga-Kader. Das 1:0 konnte Spielertrainer Uwe Haase in der 36. Minute zwar noch ausgleichen, aber nach einem Doppelschlag kurz vor der Pause war den Mannen aus Albrechts das Genick gebrochen. Am Ende unterlag man in einem taktisch und technisch bestimmten Spiel drastisch mit 7:1.

 

2003, 22. Dezember

 

Thomas Göpfert, von allen als die „Schiene“ bekannt, verstarb unter mysteriösen Umständen auf dem Garagendach der Suhler „Wolfsgrube“. Nach einem Volleyballspiel wurde der egozentrische aber liebevolle Mannschaftsbetreuer der Abteilung Fußball versehentlich in der Mehrzweckhalle eingeschlossen und wollte sich mit einem Sprung aus dem Fenster befreien. Dabei brach er sich ein Bein und erfror über Nacht.

Auch andere aktive und passive Fußballer verstarben viel zu jung. Stellvertretend seien hier Rudi Hofmann, Manfred Risch, Helmut Borkmann, Volker Behrendt, Peter Rußwurm, Rainer Holland und Thomas Kehl genannt.

 

2003

 

Auf Grund von Unstimmigkeiten und zahlreichen Abgängen starker Spieler konnte der Klassenerhalt nicht geschafft werden. Die Unterbesetzung des Teams forderte Maßnahmen und zwang den Verein ab der Saison 03/04 in einer Spielgemeinschaft mit dem Suhler SV anzutreten. Unter dem Namen SG Suhl traten drei Mannschaften an, die in der Landesliga (Landesklasse in 04/05), Bezirksliga und 1. Kreisklasse (2. Kreisklasse in 04/05) vertreten waren.

Der Zusammenschluss brachte zwar Vorteile in personellen Belangen, aber viele Albrechtser (auch Nichtmitglieder) waren mit der Situation unzufrieden, dass ihre alte Kreisklassenmannschaft nicht mehr in Albrechts spielen durfte, sondern meist auf dem Kunstrasenplatz im Suhler Haseltal die Heimspiele austrug. Das schöne Albrechtser „Waldstadion“ blieb den beiden hochrangigeren Suhler Mannschaften vorbehalten.

Im Juniorenbereich mehrerer Altersklassen setzte sich die SG Suhl nicht nur aus den Kadern der Albrechtser und Suhler zusammen. Hier gesellte sich auch die Jugend des SV Dietzhausen hinzu. Trainiert wurden die jungen Kicker von Ralph Windsch, Guido Schmiedeberg, Uwe Haase und Jens Pfannschmidt.

 

2005

 

Die Spielgemeinschaft mit dem Suhler SV wird im Männerbereich beendet. In der Saison 05/06 spielt wieder eine eigenständige Mannschaft unter dem Namen „Jugendkraft“, wenn auch nur in der 2. Kreisklasse. Das neu formierte Team setzt sich zum Ziel, in der neuen Saison aufzusteigen.

Lediglich die Junioren spielen noch als Spielgemeinschaft unter der Bezeichnung SG Suhl. Die B-Junioren im Bereich der Kreisklasse, die C- und D-Junioren in der Bezirksliga.

 

Sonstiges

 

Höhepunkte der 1. Mannschaft waren Freundschaftsspiele gegen Motor Suhl (DDR-Liga), Lok und ASG-Meiningen, Lauscha, Breitungen, Benshausen (alle damals Bezirksliga), sowie Annahütte, Rehfelde und Eisfeld.

Die „Alten Herren“ hatten ihre Höhepunkte außer den Vergleichen im Territorium gegen Meiningen, Steinach, Lauscha, Geschwenda, Reichenbach im Vogtland, Rehfelde, Wolfsburg und Bischofshofen.

Als Übungsleiter wirkten u.a. Willi Dürer, Karl Pietsch, Walter Holle, Helmut Rönisch, Siegfried Jahn, Helmut Marscheider, Volker Behrendt, Georg Blumenthal, Andreas Endter und Uwe Haase.

Maßgeblich geführt wurde der Verein von den Leitungsmitgliedern Harry Ripperger, Siegfried Jahn, Georg Scheller, Dieter Endter, Wolfgang Nötzold, Bruno Endter, Ernst Schmidt, Willi Guderian, Ralf Arnold, Heinz Recknagel und Bernhard Endter.

Als gute Schiedsrichter traten Harry Ripperger, Siegfried Jahn, Helmut Marscheider, Heinz Recknagel und Korbinian Langer hervor.



 
  Insgesamt waren schon 94723 Besucher (418044 Hits) hier!